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Rituale

Rauchgeruch aus dem Auto entfernen: Polster, Lüftung, Luft

Rauchgeruch aus dem Auto entfernen in fünf Schritten: Polster und Dachhimmel reinigen, Innenraumfilter tauschen, Lüftung spülen, Rest neutralisieren.

Grasshall · 6 Min. Lesezeit

Rauchgeruch aus dem Auto entfernen ist mehr Arbeit als in der Wohnung, und zwar aus einem einfachen Grund: Auf so wenig Raum sitzt der Rauch überall gleichzeitig. Im Sitzbezug, im Dachhimmel, im Teppich, in der Lüftung und im Innenraumfilter. Ein Duftbaum am Spiegel macht daraus nur Rauch mit Vanille. Was wirkt, ist eine Reihenfolge. Erst raus, was weiter riecht, dann die Stoffe, dann die Lüftung, dann der Filter. Den Rest, der danach noch in der Luft hängt, nimmt ein kleiner Neutralisierer. So gehst du vor.

Warum Rauch im Auto so hartnäckig ist

Rauch besteht aus feinen Teilchen, die sich auf allem absetzen, was sie berühren. Im Auto berühren sie in kurzer Zeit alles: Stoff, Kunststoff, Glas, Gurt, Teppich. AUTO BILD beschreibt es so, dass sich der Qualm tief in Polstern, Teppichen und Verkleidungen festsetzt und nicht von allein verschwindet. Dazu kommt die Lüftung. Sie saugt den Rauch an, und im Filter und in den Kanälen bleibt er hängen. Jedes Mal, wenn du das Gebläse anmachst, bläst sie ihn zurück.

Daraus folgt die Regel für alles Weitere: Lüften allein reicht nicht. Die Rückstände müssen raus.

Schritt 1: Aschenbecher und alles Lose raus

Bevor du irgendetwas reinigst, räumst du aus.

  • Aschenbecher leeren, auswaschen, trocknen. Wer ihn nicht mehr braucht, lässt ihn draußen.
  • Fußmatten raus, ausklopfen, waschen. Gummimatten mit Wasser und Spülmittel, Stoffmatten nass saugen oder in die Waschanlage.
  • Alles aus Ablagen, Türfächern und Kofferraum. Jacken, Decken und Kissen, die mitgefahren sind, kommen in die Waschmaschine.
  • Kippen unter den Sitzen suchen. Sie liegen fast immer da.

Schritt 2: Polster und Dachhimmel reinigen

Jetzt die Flächen, die am meisten Rauch gespeichert haben.

Sitze und Teppich. Erst gründlich saugen, mit Fugendüse in jede Naht. Dann mit Innenraum- oder Polsterreiniger behandeln. Am meisten holt ein Nass- oder Sprühextraktionssauger heraus, den viele Baumärkte und Drogerien verleihen. Lieber zweimal mit wenig Wasser als einmal mit viel: Durchnässte Polster trocknen im Auto schlecht und riechen dann muffig statt nach Rauch.

Dachhimmel. Er wird gern vergessen, dabei steigt der Rauch genau dorthin. Vorsicht: Der Stoff ist oft nur aufgeklebt. Reiniger aufs Mikrofasertuch sprühen, nicht auf den Himmel, und sanft in eine Richtung wischen. Nicht reiben, nicht durchnässen, sonst löst sich der Kleber.

Gurte. Ganz herausziehen, mit einer Klammer sichern, mit Reinigerwasser abwischen und ausgezogen trocknen lassen.

Kunststoff und Glas. Armaturenbrett, Türverkleidungen, Lenkrad, Schalthebel mit einem feuchten Tuch und mildem Reiniger abwischen. Die Innenseite der Scheiben bekommt einen eigenen Durchgang. Der gelbliche Film darauf ist Rauch, und er kommt am Tuch sichtbar mit.

Danach Türen auf, mehrere Stunden lüften. AUTO BILD rät dazu, damit sich der Geruch nicht wieder festsetzt. Am besten an einem trockenen Tag, damit die Polster wirklich trocknen.

Schritt 3: Innenraumfilter tauschen

Der Innenraumfilter, auch Pollenfilter genannt, reinigt die Luft, die von außen in die Lüftung kommt. Im Raucherauto hat er auch den Rauch aus dem Innenraum gefiltert, wenn die Umluft lief. Er riecht. AUTO BILD nennt seinen Tausch beim Rauchgeruch besonders wichtig.

  • Wo er sitzt: meist hinter dem Handschuhfach oder unter der Abdeckung vor der Frontscheibe. Die Bedienungsanleitung zeigt es.
  • Selbst machen: Bei vielen Autos dauert es zehn Minuten ohne Werkzeug. Bei anderen hilft die Werkstatt.
  • Welcher Filter: Wenn möglich einen Aktivkohle-Kombifilter. Der ADAC hat untersucht, dass diese Filter neben Staub auch gasförmige Stoffe deutlich besser zurückhalten als einfache Partikelfilter. Bei vielen Autos ist der Umstieg laut ADAC einfach und günstig.

Schritt 4: Lüftung durchspülen

Mit neuem Filter bläst die Lüftung trotzdem noch den alten Rauch aus den Kanälen. Den spülst du aus.

  1. Motor an, alle Fenster runter.
  2. Umluft aus, Frischluft an.
  3. Gebläse auf die höchste Stufe, alle Düsen auf, abwechselnd Fußraum, Mitte und Scheibe.
  4. Zehn bis fünfzehn Minuten laufen lassen.
  5. Klimaanlage einmal mitlaufen lassen, dann aus und das Gebläse noch ein paar Minuten weiterlaufen lassen, damit der Verdampfer trocknet.

Riecht die Lüftung danach immer noch stark, kann eine Werkstatt Verdampfer und Kanäle reinigen. Bei Autos mit viel Laufleistung als Raucherauto lohnt sich das.

Schritt 5: Den Rest neutralisieren

Jetzt sind die Quellen raus. Was bleibt, ist ein leiser Geruch, vor allem nach ein paar Stunden in der Sonne, wenn sich der Innenraum aufheizt. Für diesen Rest gibt es den Neutralisierer.

Der Unterschied zum Duftbaum: Ein Duftbaum legt einen Geruch über den anderen. Biodor bringt keinen neuen mit. Das Gel gibt langsam Neutralisatoren an die Luft ab, und die reagieren laut Hersteller mit den Geruchsmolekülen. Tabak steht ausdrücklich auf der Liste der Gerüche, für die Biopulcher es macht.

Fürs Auto reicht die kleine Größe. Der Biodor neutral 33 g ist für Räume bis 50 m² gedacht, und ein Auto ist weit kleiner. Er riecht nach nichts, das Säckchen braucht keinen Strom, und er arbeitet ein bis zwei Monate, im ersten am stärksten.

  • Wohin: unter einen Vordersitz oder ins Seitenfach, wo Luft zieht. Nicht in die pralle Sonne aufs Armaturenbrett legen.
  • Außer Reichweite von Kindern und so, dass niemand das Gel anfasst. Das Säckchen ist dafür gemacht, dass du nur Stoff berührst.
  • Hartnäckiger Fall: Für ein Auto, in dem jahrelang geraucht wurde, gibt es den Biodor Max 33 g, den stärksten der Reihe, in derselben Größe.

Alle Größen und Düfte stehen unter Geruchskontrolle.

Rauchgeruch aus dem Auto entfernen: was nicht reicht

  • Duftbaum oder Spray. Überdeckt für ein paar Tage. Der Rauch bleibt im Stoff.
  • Nur lüften. Hilft nach einer Fahrt, nicht nach Jahren.
  • Schalen mit Kaffee, Reis oder Essig. Laut AUTO BILD binden sie etwas Feuchtigkeit und leichte Gerüche, überdecken aber oft nur. Bei stark belasteten Autos reicht das nicht.
  • Filter vergessen. Alles geputzt, aber der alte Filter bläst weiter Rauch ins Auto. Der Filter gehört dazu.

Damit der Geruch nicht zurückkommt

Wer im Auto weiter raucht oder Mitfahrer hat, die rauchen, spart sich mit drei Gewohnheiten die nächste Grundreinigung. Erstens: Fenster auf, bevor die Zigarette an ist, nicht danach. Zweitens: Umluft aus, damit der Rauch nach draußen geht statt in den Filter. Drittens: Aschenbecher nach jeder Fahrt leeren, nicht nach jeder Woche. Den Innenraumfilter dann lieber einmal im Jahr tauschen als alle zwei Jahre, und das Säckchen mit dem Neutralisierer alle ein bis zwei Monate wechseln.

Wann der Profi sich lohnt

Nach vielen Jahren als Raucherauto kann auch die beste Reinigung an Grenzen kommen. Aufbereiter bieten eine Ozonbehandlung an: Der Innenraum wird abgedichtet und mit Ozon geflutet, das auch in Polster eindringt. AUTO BILD nennt Kosten von meist 60 bis 150 Euro. Ozon ist in hoher Konzentration nichts für Menschen und Tiere. Das gehört in die Hand eines Betriebs, nicht in die eigene Garage. Vor dem Verkauf eines Autos rechnet sich das oft, weil ein Rauchgeruch den Preis drückt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Rauchgeruch aus dem Auto zu entfernen?

Die Reinigung schaffst du an einem Wochenende, inklusive Trocknen. Bei einem Auto, in dem jahrelang geraucht wurde, kann es mehrere Durchgänge brauchen, bis der Geruch auch in der Sonne nicht zurückkommt.

Muss ich den Innenraumfilter wirklich tauschen?

Ja. Im Raucherauto speichert er Geruch und gibt ihn über die Lüftung wieder ab. Ein Aktivkohle-Kombifilter ist die bessere Wahl.

Darf Biodor im Auto liegen?

Ja. Die 33-g-Größe ist für kleine Räume wie das Auto gemacht. Nicht in die pralle Sonne aufs Armaturenbrett legen und außer Reichweite von Kindern.

Neutral oder Eukalyptus im Auto?

Neutral, wenn du gar keinen Duft willst. Eukalyptus hinterlässt eine leichte Note. Gleiches Gel, gleiche Wirkung.

Hilft eine Ozonbehandlung?

Bei stark belasteten Autos gilt sie laut AUTO BILD als besonders wirksam. Lass sie von einem Betrieb machen, nicht selbst.

Quellen


Grasshall. Danke an alle, die uns die Tür geöffnet haben.

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