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Rituale

Raumduft selber machen: drei Rezepte und wann ein Neutralisierer besser ist

Raumduft selber machen: Duftstäbchen, Raumspray und Natronglas mit Mengen. Plus der Unterschied zwischen Überdecken und Neutralisieren von Gerüchen.

Grasshall · 6 Min. Lesezeit

Raumduft selber machen kostet wenig: ein Glas, etwas Alkohol, ein paar Tropfen ätherisches Öl. In zehn Minuten riecht dein Flur nach Orange, Zeder oder Lavendel. Hier sind drei Rezepte, die wirklich funktionieren: Duftstäbchen, Raumspray und ein Glas mit Natron. Und weil wir ehrlich sein wollen, steht am Ende auch, was ein selbst gemachter Raumduft nicht kann. Er bringt einen Duft in den Raum. Einen schlechten Geruch nimmt er nicht weg. Riecht es nach Müll, Rauch oder feuchtem Keller, brauchst du etwas anderes. Dazu unten mehr.

Was du für jeden Raumduft brauchst

Alle drei Rezepte bauen auf denselben Zutaten auf. Einmal gekauft, reichen sie für Monate.

  • Ätherisches Öl. Das ist der Duft. Kauf reine Öle mit Pflanzennamen auf dem Etikett, keine "Duftöle" ohne Angabe. 10 ml reichen für viele Ansätze.
  • Alkohol. Wodka oder Weingeist aus der Drogerie. Er löst das Öl, damit es sich mit Wasser mischt, und lässt den Duft schneller in die Luft steigen.
  • Destilliertes Wasser. Leitungswasser geht auch, hält aber kürzer und hinterlässt Kalk in der Sprühflasche.
  • Ein Behälter. Ein Glas mit enger Öffnung für Stäbchen, eine Sprühflasche aus Glas, ein Schraubglas für Natron.

Ein Wort zur Menge: Mehr Tropfen heißt nicht schöner. Ein Raumduft soll beim Reinkommen auffallen und nach fünf Minuten verschwinden. Wer ihn noch quer durchs Zimmer riecht, hat zu viel genommen.

Rezept 1: Duftstäbchen selber machen

Der Klassiker fürs Bad oder den Flur. Die Stäbchen saugen die Flüssigkeit nach oben und geben den Duft langsam ab. Kein Strom, keine Flamme.

Du brauchst:

  • ein Glas oder eine kleine Flasche mit enger Öffnung, etwa 100 ml
  • 80 ml destilliertes Wasser
  • 20 ml Wodka oder Weingeist
  • 20 bis 30 Tropfen ätherisches Öl
  • 5 bis 8 Rattanstäbchen (Bambus saugt schlechter)

So geht es:

  1. Alkohol ins Glas, Öl dazu, umrühren. Das Öl löst sich im Alkohol.
  2. Wasser dazugießen und noch einmal rühren.
  3. Stäbchen hineinstellen. Nach einer Stunde einmal umdrehen, damit beide Enden vollgesogen sind.
  4. Alle paar Tage umdrehen. So frischt sich der Duft auf.

Eine Füllung hält je nach Raum zwei bis vier Wochen. Weniger Stäbchen machen den Duft leiser, mehr machen ihn lauter. Stell das Glas so, dass niemand es umstößt, und nie auf lackiertes Holz: Öl und Alkohol greifen manche Oberflächen an.

Rezept 2: Raumspray selber machen

Für den schnellen Duft nach dem Putzen oder bevor Gäste kommen. Zwei Sprühstöße, fertig.

Du brauchst:

  • eine Sprühflasche aus Glas, 100 ml
  • 85 ml destilliertes Wasser
  • 15 ml Wodka oder Weingeist
  • 15 bis 20 Tropfen ätherisches Öl

So geht es:

  1. Öl in den Alkohol tropfen und in der Flasche schwenken.
  2. Wasser auffüllen, zuschrauben, schütteln.
  3. Vor jedem Gebrauch kurz schütteln, weil Öl und Wasser sich wieder trennen.
  4. In die Luft sprühen, nicht auf Stoff, Holz oder Leder. Ätherische Öle können Flecken machen.

Weil Wasser drin ist, hält das Spray nicht ewig. Mach kleine Mengen und brauch sie innerhalb von zwei bis drei Wochen auf. Riecht es plötzlich muffig oder wird trüb, weg damit.

Rezept 3: Langanhaltender Raumduft im Glas mit Natron

Wer einen langanhaltenden Raumduft selber machen will, der ohne Pflege auskommt, nimmt Natron. Das Pulver ist hier vor allem Träger: Es hält das Öl fest und gibt es langsam ab.

Du brauchst:

  • ein kleines Schraubglas, etwa 200 ml
  • 150 g Natron
  • 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl
  • ein Stück Baumwollstoff und ein Gummiband, oder einen Deckel mit ein paar Löchern

So geht es:

  1. Natron ins Glas, Öl darauftropfen.
  2. Mit einem Löffel umrühren, bis das Öl verteilt ist.
  3. Stoff drüber, Gummiband drum. Oder den Deckel mit Löchern aufschrauben.
  4. Einmal pro Woche umrühren und bei Bedarf fünf Tropfen nachlegen.

Das Glas eignet sich für kleine Räume: Gäste-WC, Kleiderschrank, Schuhregal. Im großen Wohnzimmer verliert es sich.

Welche Öle zusammenpassen

Ein Öl allein riecht oft flach. Zwei oder drei zusammen ergeben einen runden Duft. Ein paar Kombinationen, die funktionieren:

RaumKombinationVerhältnis
FlurOrange und Zeder2 zu 1
BadEukalyptus und Zitrone1 zu 1
SchlafzimmerLavendel und Bergamotte2 zu 1
KücheZitronengras und Rosmarin2 zu 1
WinterOrange, Zimt und Nelke3 zu 1 zu 1

Zimt und Nelke sind stark. Ein, zwei Tropfen reichen, sonst riecht die Wohnung nach Weihnachtsmarkt.

Sicher mit ätherischen Ölen umgehen

Ätherische Öle sind konzentriert. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit weist darauf hin, dass Duftöle für Kinder die größte Gefahr sind, weil sie gut riechen und zum Trinken verleiten. Also:

  • Öle und fertige Raumdüfte außer Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Gläser mit Stäbchen nicht auf Tischhöhe stellen, wenn kleine Kinder im Haus sind.
  • Haustiere nicht in Räumen mit starkem Duft einsperren. Bei Katzen frag im Zweifel die Tierärztin, welche Öle sie verträgt.
  • Wer empfindlich auf Duftstoffe reagiert, lässt es lieber. Das Umweltbundesamt nennt Duftstoffe einen der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien.
  • Duftkerzen und Räucherstäbchen sind keine Alternative ohne Nebenwirkung: Beim Verbrennen entstehen zusätzlich Feinstaub und Ruß.

Und noch etwas: Ein Raumduft ist dann gut, wenn du ihn gezielt und kurz einsetzt. Dauerbeduftung in jedem Zimmer gewöhnt die Nase daran, und du riechst irgendwann gar nichts mehr, außer wenn du von draußen reinkommst.

Wann ein Neutralisierer besser ist

Jetzt zum Teil, den die meisten Rezeptseiten auslassen. Ein Raumduft überdeckt. Er legt einen angenehmen Geruch über den, der schon da ist. Ist der alte Geruch leise, reicht das. Ist er laut, mischen sich beide. Dann riecht der Flur nach Orange und Mülleimer.

Ein Geruchsneutralisierer arbeitet andersherum. Er bringt keinen Duft mit, sondern geht an den Geruch selbst. Wir führen dafür Biodor. Das Gel gibt langsam Neutralisatoren an die Luft ab. Laut Hersteller Biopulcher reagieren sie mit den Geruchsmolekülen, statt sie zu verstecken. Gemacht ist es gegen Müll, Feuchtigkeit, Tabak, Haustiere und Essen.

Faustregel:

SituationWas hilft
Der Raum riecht nach nichts, du willst einen DuftRaumduft selber machen
Der Raum riecht leicht abgestandenErst lüften, dann Raumduft
Es riecht nach Rauch, Müll, Tier oder EssenQuelle beseitigen, dann Neutralisierer
Du magst gar keine RaumdüfteNeutralisierer ohne Duft

Für ein Wohnzimmer oder eine offene Küche reicht der Biodor neutral 200 g. Er schafft bis 200 m² und arbeitet etwa 60 Tage, im ersten Monat am stärksten. Er hat keinen eigenen Duft. Das Zimmer riecht danach wieder nach Zimmer. Wer beides will, stellt den Neutralisierer auf und sprüht danach zwei Stöße vom eigenen Raumspray. Dann landet der Duft in sauberer Luft statt auf einem Geruch.

Welche Größe für welchen Raum passt und wie sich Gel, Spray und Absorber unterscheiden, steht in unserem Vergleich der Geruchsneutralisierer. Alle Größen findest du unter Geruchskontrolle.

Raumduft selber machen: die häufigsten Fehler

  • Zu viel Öl. Kopfschmerzduft statt Hausduft. Fang mit der unteren Tropfenzahl an.
  • Öl direkt ins Wasser. Ohne Alkohol schwimmt das Öl oben und landet beim Sprühen als Fleck auf dem Sofa.
  • Plastikflaschen. Ätherische Öle greifen manche Kunststoffe an. Glas hält.
  • Duft gegen Gestank. Ein Raumspray im Raucherzimmer macht aus kaltem Rauch kalten Rauch mit Lavendel. Erst die Quelle, dann der Duft.
  • Nie lüften. Ein Raum, der nie frische Luft bekommt, riecht mit jedem Duft irgendwann schwer.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein selbst gemachter Raumduft?

Duftstäbchen zwei bis vier Wochen pro Füllung, das Natronglas etwa einen Monat mit Nachtropfen. Das Raumspray mit Wasser brauchst du in zwei bis drei Wochen auf.

Kann ich statt Wodka auch Spiritus nehmen?

Nein. Brennspiritus ist vergällt und riecht selbst stark. Nimm Wodka oder Weingeist aus der Drogerie.

Entfernt ein selbst gemachter Raumduft schlechte Gerüche?

Nein. Er überdeckt sie. Gegen Rauch, Müll oder Tiergeruch hilft nur, die Quelle zu beseitigen und den Rest mit einem Neutralisierer wie Biodor zu behandeln.

Welches ätherische Öl duftet am längsten?

Schwere Noten wie Zeder, Sandelholz oder Vetiver halten länger als Zitrusöle, die schnell verfliegen. Mische ein schweres und ein leichtes Öl, dann hält der Duft und riecht trotzdem frisch.

Darf ich Raumduft auf Textilien sprühen?

Besser nicht. Ätherische Öle können Flecken auf Stoff, Holz und Leder machen. Sprüh in die Luft, mit etwas Abstand zu Möbeln.

Quellen


Grasshall. Danke an alle, die uns die Tür geöffnet haben.

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